Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs übernahmen die Brüder Friedrich und Ludovikus Oidtmann 1945 die Leitung des stark zerstörten Familienunternehmens. In der Zeit des Wiederaufbaus nutzten sie die Chance für einen gestalterischen und technischen Neuanfang.
Die Werkstatt orientierte sich zunehmend an den modernen Entwicklungen der Glasmalerei. Der enge Austausch mit Künstlern im In- und Ausland sowie der Dialog mit einer jungen Generation rheinischer Glasmaler prägten diese Zeit nachhaltig.
Mit der Erweiterung des handwerklichen Spektrums um Mosaik- und Betonverglasung entwickelte sich Glasmalerei Oidtmann zu einer der bedeutenden Werkstätten für moderne Glasgestaltung in Deutschland. Zahlreiche Auszeichnungen dokumentieren diese Entwicklung, darunter der Studio-Werkpreis der Handwerkskammer Aachen, der Linnicher Groschen, die Teilnahme an der Exempla 77 in München sowie die Verleihung des Ritterkreuzes des Isländischen Falkenordens im Jahr 2004.
Gemeinsam mit ihren Söhnen Heinrich und Stefan engagierten sich Friedrich und Ludovikus Oidtmann zudem für die Bewahrung der Glasmalerei-Geschichte. Durch die Stiftung einer bedeutenden Sammlung waren sie maßgeblich an der Gründung des Deutschen Glasmalerei-Museums in Linnich im Jahr 1997 beteiligt.