Heinrich Oidtmann I (1838–1890)

Schon während seines Studiums der Chemie und Medizin beschäftigte sich Dr. Heinrich Oidtmann I intensiv mit Geschichte und Technik der Glasmalerei. Besonders faszinierte ihn das Zusammenspiel von Handwerk, Material und Licht.

Neben der traditionellen musivischen Glasmalerei widmete er sich früh der Entwicklung neuer technischer Verfahren. Anfang der 1860er Jahre gelang es ihm, mithilfe der Lithographie Bildvorlagen auf Glas zu übertragen und Glasmalereien seriell herzustellen. Die durch den sogenannten Glassteindruck erschwinglicheren Glasbilder machten das Unternehmen weltweit bekannt.

Der wirtschaftliche Erfolg führte zu einem raschen Wachstum der Werkstatt. Glasarbeiten aus Linnich wurden international exportiert, unter anderem nach Amerika, Afrika und auf die Philippinen. Mit der Eröffnung von Filialen in Brüssel (1885) und Berlin (1886) entwickelte sich die Glasmalerei Dr. H. Oidtmann zu einem der bedeutendsten Glasmalereiunternehmen seiner Zeit.

Beim Generationswechsel im Jahr 1890 beschäftigte das Unternehmen bereits rund 100 Mitarbeiter und war für seine technischen Innovationen und die hohe Qualität seiner Arbeiten vielfach ausgezeichnet worden.

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